Arthroskopie am Fuss und Sprunggelenk

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Was ist eine Arthoskopie am Fussgelenk?

Als Arthroskopie oder Gelenkspiegelung bezeichnet man eine «Schlüsselloch-Technik», bei der über kleine Schnitte (Portale) eine Kamera und verschiedene Arbeitsinstrumente in ein Gelenk eingebracht werden können. Die häufigste Arthroskopie am Fuss und Sprunggelenk ist die vordere (anteriore) Arthroskopie des oberen Sprunggelenkes. Nur sehr selten wird die Arthroskopie eingesetzt für den hinteren Bereich des oberen Sprunggelenks, für das untere Sprunggelenk, für Sehnen (Tendoskopie) sowie für das Grosszehen-Grundgelenk. Mit der Arthroskopie lassen sich heutzutage eine wachsende Zahl von Eingriffen durchführen, dies insbesondere wie bereits erwähnt am oberen Sprunggelenk: z.B. eine arthroskopische Versteifung des oberen Sprunggelenkes (OSG-Arthrodese), arthroskopische laterale und mediale Bandplastik, arthroskopische Knorpeltherapien (retrograde Anbohrung, Débridement einer Knorpelläsion, AMIC-Plastik), Entfernung von freien Gelenkkörpern und Entfernung von Osteophyten am Talus und an der Tibia (Knochenvorsprünge).

Desweiteren können über die sogenannte hintere (posteriore) Arthroskopie des oberen Sprunggelenkes Erkrankungen im hinteren Bereich des oberen Sprunggelenkes therapiert werden: z.B. Einklemmung von Sehnen, Entfernung eines Os trigonum oder abgebrochenem Processus posterior tali.

Welche Probleme treten bei einer Behandlung einer Achillessehnen-Entzündung oder Achillessehnen-Schmerzen auf?

1. Die Arthroskopie kann bei ausgewählten Krankheitsbildern (wie oben erwähnt) dazu benutzt werden, das Problem über die sogenannte Schlüsselloch-Technik (Arthroskopie) zu behandeln. Dies ist schonender, als wenn über einen offenen Schnitt Gewebe auf einer grösseren Fläche durchtrennt werden muss. Nicht alle Eingriffe eignen sich allerdings für ein arthroskopisches Verfahren, da nicht immer ausreichend Platz im Gelenk für die Instrumente besteht oder die Struktur, die es zu behandeln gilt, nicht erreicht werden kann. Ihr Sprunggelenksspezialist wird Ihnen erklären, ob Ihr Behandlungsbild für eine arthroskopische Therapie in Frage kommt.
Folgende Krankheitsbilder können im Allgemeinen arthroskopisch behandelt werden: Entfernung von Osteophyten, freien Gelenkkörpern und Behandlung bestimmter Knorpelläsion. Bei Problemen am hinteren Teil des oberen Sprunggelenks ist der arthroskopische Zugangsweg zuweilen sogar einfacher als der Offene.
Eher ein offenes Verfahren benötigen Behandlungen wie Gelenksversteifungen bei grossen Fehlstellungen und Knorpelläsionen, welche sehr weit hinten im Gelenk liegen, sowie komplexe Bandrekonstruktionen.

Wie funktioniert eine Arthroskopie?

Arthroskopie-Bilderserie

Bei der Arthroskopie des oberen Sprunggelenkes werden typischerweise zwei kleine Schnitte anteromedial (vorne innen) und anterolateral (vorne aussen) gemacht. Es wird eine 30° abgewinkelte Optik verwendet und Arbeitsinstrumente wie z.B. ein Tasthaken, eine Zange und ein Shaver, auf welchem auch ein Aufsatz zur Entfernung von Knochen und Knorpel angebracht werden kann. Das Ganze wird unter laufendem Wasser durchgeführt (mit einem Druck von ca. 35 mmHg), damit das Gelenk etwas aufgeblasen wird. Daher ist ein Gelenk nach einer Arthroskopie etwas geschwollen, da es das Wasser auch in die umgebenden Weichteile drückt.

Kann eine arthroskopische Operation ambulant durchgeführt werden?

Dies hängt vom Ausmass des Eingriffes im Gelenk ab. Auch wenn oberflächlich nur kleine Schnitte vorhanden sind, wird im Körperinnern trotzdem eine richtige Operation durchgeführt. Nur bei kleinen Eingriffen wie die Entfernung freier Gelenkkörper, Débridement einer Knorpelläsion etc., kann der Eingriff ambulant erfolgen. Sobald eine grössere Wundfläche entsteht, wie bei einem ausgedehnten Débridement einer Sehne, einer Entfernung eines Os trigonums, einer Bandplastik oder Arthrodese, muss der Patient im Spital bleiben wie bei einer offenen Operation. Aufgrund der weichteilschonenderen Arthroskopie kann es aber sein, dass der Patient ein bis zwei Tage früher nach Hause gehen kann als bei einer offenen Operation.

Welche Risiken hat eine Arthroskopie

Es kann zu Verletzungen der Nerven im Bereich der kleinen Eintritts-Portale kommen. Des Weiteren kann es sein, dass bei schwierigen Eingriffen aufgrund der eingeschränkten Einsicht auch weitere umgebende Strukturen beschädigt werden können, z.B. Sehnen oder tiefliegende Nerven. Ein erfahrener Chirurg weiss aber genau, wo diese Nerven liegen (z.B. der Nervus tibialis bei posterioren OSG Arthroskopie) und kann solche Komplikationen in den meisten Fällen vermeiden.

Weitere Informationen zum Thema (tiefergehendes Wissen)

Weitere Informationen zur Achillessehne und den genannten Operationstechniken finden Sie unter:

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